Laktoseintoleranz
Informationen für Betroffene und Angehörige
Laktoseintoleranz erkennen
Ob ein Mensch an einer Milchzuckerunverträglichkeit leidet, kann mithilfe unterschiedlicher Testverfahren festgestellt werden. Als Standardverfahren wird dabei i. d. R. der sog. H2-Atemtest durchgeführt. Da neben Methan und Kohlendioxid auch Wasserstoff gebildet wird, wenn Laktose im Dickdarm vergoren wird, wird der Gehalt des Wasserstoffs in der Atemluft des Patienten bei diesem Test als Diagnose-Parameter herangezogen.
Wie der H2-Atemtest durchgeführt wird
Damit die Diagnose Milchzuckerintoleranz auch sicher ist, wird in einem ersten Schritt der sog. Nüchtern-H2-Wert bestimmt, der die Grenze von 10 ppm (parts per million, Anzahl der Wasserstoffteilchen je eine Million Luftteilchen) nicht überschreiten darf. Dabei sollte der Patient beachten, dass Zähneputzen, Rauchen oder ein nicht lange zurückliegender Konsum von Lebensmitteln (< 12–15 Stunden) die Aussagekraft des Tests verfälschen kann.
Nachdem der Nüchtern-H2-Wert ermittelt wurde, muss der Patient 200 ml Flüssigkeit zu sich nehmen, die einen Anteil von 25 g Laktose enthalten. In den folgenden zwei bis drei Stunden werden regelmäßige Atemmessungen vorgenommen, doch auf die körperliche Befindlichkeit des Patienten wird ebenfalls geachtet: Eine Milchzuckerunverträglichkeit wird i. d. R. dann diagnostiziert, wenn der Wasserstoffgehalt der Atemluft bei 10–20 ppm liegt und dabei typische Krankheitssymptome auftreten. I. d. R. gilt, dass eine Laktoseintoleranz umso stärker ausgeprägt ist, je höher die ppm-Werte sind.
Weitere Diagnoseverfahren
Sollte der H2-Atemtest für den Patienten nicht infrage kommen, kann alternativ auch eine serologische Untersuchung (Blutuntersuchung) durchgeführt werden: Bei diesem sog. Laktose-Belastungstest bekommt der Patient ebenfalls eine mit Laktose angereicherte Flüssigkeit verabreicht; danach wird ihm alle 30 Minuten Blut abgenommen. Bei einem Menschen, der nicht an Laktoseintoleranz leidet, kann Glukose, die ein Abbauprodukt der Laktose ist, problemlos über den Darm in die Blutbahn gelangen. Ist beim Patienten die Aktivität der Laktase verringert oder fehlt das Enzym vollständig, findet dieser Prozess nicht statt: Von einer Laktoseintoleranz spricht man, wenn der Glukosewert im Blut auch nach wiederholtem Messen weniger als 20 mg pro Deziliter beträgt.
Neben den genannten Verfahren können auch eine Dünndarmbiopsie oder ein Gentest Methoden zur Diagnose einer Milchzuckerunverträglichkeit sein. Da die Dünndarmbiopsie jedoch verhältnismäßig aufwendig ist und ein sekundärer Laktasemangel mit dem Gentest nicht bestimmt werden kann, kommen diese Methoden in der Praxis eher selten zum Einsatz.
msf